Neuer Weltrekord

der Maserati Multi70

Giovanni Soldini segelte in Rekordzeit von Hongkong nach London

MASERATI

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er italienische Profiskipper Giovanni Soldini geht mit seiner Maserati Multi70 weiter auf Rekordjagd: Nach- dem er bereits Bestzeiten auf der „Gold Route“ von New York nach San Francisco und auf der „Tea Clipper

Trade Route“ zwischen San Francisco und Shanghai erzielte, folgt jetzt der nächste Rekord. Wieder ist es ein

Weg der Tee-Clipper aus dem 19. Jahrhundert – diesmal von Hongkong über das Kap der Guten Hoffnung nach Lon- don. Die Bestmarke für die rund 24.000 Kilometer lange Strecke, die 2008 vom Franzosen Lionel Lemonchois und sei- ner achtköpfigen Crew an Bord des 100-Fuß-Katamarans Gitana 13 gesetzt wurde, beträgt 41 Tage, 21 Stunden, 26 Mi- nuten und 34 Sekunden. Diesen Rekord hat Giovanni Soldini nun unterboten. Genau um 14:20:26 Uhr MEZ erreichte die Maserati Multi 70 am Freitagnachmittag die Queen Elizabeth II Bridge über die Themse – das Ziel einer spektaku- lären Rekordjagd. Damit benötigte der Trimaran unter der Führung des italienischen Skippers Giovanni Soldini exakt 36 Tage, 2 Stunden, 37 Minuten und 2 Sekunden für seine rund 13.000 Seemeilen lange Reise von Hongkong nach London. Die Maserati Multi 70 unterbot den bisherigen Rekord um rund fünf Tage.  Im Januar 2018 machte er sich mit dem Trimaran Maserati Multi70 auf den Weg. Mit an Bord waren die vier erfahrenen Ozeanrennsegler Sébastien Audi- gane (FRA), Guido Broggi (ITA), Oliver Herrera (ESP) und Alex Pella (ESP) sein. Für eine 70-Fuß-Mehrrumpfyacht wie

die Maserati Multi70 ist das eine ungewöhnlich lange Strecke. Um das Risiko von Beschädigungen zu minimieren, wurde das Boot nicht im Foil-Modus, sondern in der MOD-Konfiguration bewegt – obwohl die Foil-Entwicklungsarbeit mit der Unterstützung des Yachtdesigners Guillaume Verdier fortgesetzt wird. Die Route führte von Hongkong in das chinesische Meer – eine Wasserstraße, die von Frachtschiffen und Fischereifahrzeugen stark frequentiert ist. Sie führ- te weiter in die Inselwelt der Java-See.


Im Indischen Ozean wurde schließlich der Äquator überquert, um im Anschluss das südafrikanische Kap der Guten Hoffnung auf dem „falschen“ Weg zu umrunden, also gegen die vorherrschenden West-Ost-Winde. Von da aus wurde die Yacht im Südatlantik Richtung Norden gefahren, um den Äquator wieder zu passieren. Der winterliche Nordatlan- tik birgt die Gefahr, Niederdrucksystemen zu begegnen, die sich in Ozeanstürme verwandeln können. Die letzte Etap- pe führte dann durch den Ärmelkanal in die englische Themse. „Hongkong-London ist eine historische Route, weswe- gen wir uns für dieses riesige Abenteuer entschieden haben“, erklärte Giovanni Soldini vor dem Start. „Die Geschichte der Clipper-Routen im viktorianischen Zeitalter ist faszinierend. Als Erster in London zu sein bedeutete, den Tee für einen dreimal höheren Preis verkaufen zu können als diejenigen, die später ankamen. Es war auf diesen Routen, dass Menschen anfingen, darüber nachzudenken, wie man Boote schneller segeln und besser machen könnte. Für uns ist es eine sportliche Herausforderung. Wir wollen den Rekord brechen, obwohl der französische Katamaran 30 Fuß län- ger war als unser Boot, und diese Strecke wahrscheinlich die längste ist, den jemals ein MOD70 in Angriff genommen hat.“


Giovanni Soldini