September 2018

Alfa Romeo Stelvio,

die Zweite: Es lodert!

ALFA ROMEO

210 Diesel-PS und eine stahlgraue Aussenhaut – die ganz spektakulären Emotionen kommen da selbst bei einem grundsätzlich sehr emotionalen Auto, das der Alfa Romeo Stelvio ja ist, nicht unbedingt auf. Ist ja auch legitim, schliesslich handelte es sich beim zuletzt getesteten Stelvio um eine besonders alltagsfreundliche Version. Jetzt ist es aber höchste Zeit für Rosso Competizione und Top-Motorisierung.



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obei, der stärkste Motor im Stelvio ist der 280 PS starke Vierzylinder-Benziner ja nicht. Zumindest aber ist dies das stärkste Aggregat, bevor es mit der Quadrifoglio-Version so richtig schön crazy wird. Die ist mit ihren sechs Zylindern und funfhun- dertundwasweißderteufel PS nämlich nicht mehr im Rahmen des Vernünftigen, doch in diesem wollen wir uns jetzt einmal

bewegen. Denn so oder so – der Stelvio-Kunde wird wohl einen gewissen Hang zum Extraordinären haben, schließlich steht die Marke seit jeher für Emozione. Das Alfatier hebt sich nun mal durch sein avantgardistisches Design ab. Und das tut der Stelvio zwar auch schon als vernünftiger Diesel und in Grau, die richtige Party startet dann aber mit der Vorzeige-Lackierung von Alfa sowie den 280 PS, die die Kutsche in wahrlich jeder Lebenslage souverän nach vorne peitschen. Und wer die Fete zum Eskalieren bringen möchte, für den haben die Italiener wie schon erwähnt eben das schnellste SUV auf der Nordschleife auch parat.


Doch auch der „normale“ Stelvio mit seinem ansehnlichen 2-Liter-Aggregat hat ein sehr sportives Gemüt. In der Kurve liegt das Ding satt, anschieben tut das heißblütige Italo-SUV wie ein Einser (5,7 Sekunden von Null auf Landstraßentempo). Die Gänge dabei durch die sehr hochwertigen und vor allem sehr langen Schaltpaddles zu sortieren ist eine wahre Freud. Die Federung ist für ein SUV relativ hart – die paar Abzüge in punkto Komfort holt sich der Italiener aber auf der Landstraße zurück, auf der er dank des härteren Wesens zum wahren Leistungsportler – zumindest unter seiner Sippe – wird.

Man fährt generell immer gerne mit dem Alfa Romeo Stelvio. Schon beim Annähern zaubert der Italiener einem ein breites Lächeln ins Gesicht: Da sinniert man dann über die hübsche Optik, den markanten Kühlergrill, die zwei auffallenden Endrohre oder die grundsätz- lich sehr harmonische Form. Beim Einsteigen ergötzt man sich dann an den hochwertigen Materialien und selbstverständlich am bril- lanten Lenkrad mit den noch brillanteren Schaltwippen. Und während der Fahrt denkst du dann an gar nichts mehr, genauso wie es sein muss.

Es ist nicht so, als wäre der der Diesel-Alfa Stelvio ein schlechtes Automobil gewesen. Überhaupt nicht. Er war eben der Spezialist für Praxistauglichkeit und Sparsamkeit in der Familie. In Punkto Emotionalität holt sein Bruder Alfa Romeo Stelvio Super 2.0 2080 PS ATX AWD nun aber alle Kastanien aus dem Feuer. In Rosso Competizione wehrt sich der Italiener gegen engstirnige Normen und Ver- krampftheit. Und das tut er mit genau den richtigen Mitteln. •