MASERATI Herbstausfahrt

2017

Der Maserati-Club-Austria hat seinen Sitz in Baden bei Wien. Die schöne Kurstadt und ihr Umland boten einen buchstäblich goldenen Rahmen für die alljährliche Abschlußveranstaltung des Club-Lebens, die traditionelle Herbstausfahrt mit abschließendem Corso in der Badener Innenstadt.

MASERATI CLUB AUSTRIA

P

resident Welzl ist zufrieden. Ein weiteres Mal ist die alljährliche Clubausfahrt ohne Blechschäden über die Bühne gegangen, alle Autos erfreuen sich bester Gesundheit und das Wetter hat auch gehalten. Obwohl die Anfahrt für manche der edlen Klassiker doch mit Widrigkeiten wie Nebel oder Wolkenbrüchen verbunden war. Aber die Ausfahrt selbst, nebst abschließender Parade vor dem

Badener Restaurant "Marktamt" am Brusatti-Platz im Zentrum, gingen in prächtigstem Herbstgold vonstatten. Was sich nicht zuletzt im Lack des einen oder anderen Teilnehmers glänzend spiegelte.


Der Maserati-Club-Austria legt durchaus viel Wert auf die Einhaltung gewisser Prinzipien für seine Mitglieder. Neben dem Besitz eines

Maserati oder DeTomaso als Bedingung legt man auch Wert, unter sich zu bleiben, was Bildung, Niveau und berufliche Tätigkeit betrifft.

Mittlerweile kennen sich die Mitglieder über viele Jahre, die Herbstausfahrt ist immer so eine Art Highlight des Clublebens und die

Auswahl an wunderbaren Exponaten mit dem charakteristischen Dreizack-Logo vorne- und hintendran ist tatsächlich beeindruckend.


Wiewohl die Geschichte der Marke Maserati bis 1914 zurückreicht und die ersten Straßen-Sportwagen bereits in den 1950er Jahren enstan- den, konzentriert sich das Teilnehmerfeld in Baden eher auf die neueren Jahrgänge inklusive ein paar Ausreisser in die Seventies. Ältestes Exponat war ein wunderbarer Maserati 3500 GT von 1965, in strahlendem Weiß und vollem Chrom-Ornat. Einen besonderen Hingucker

bildet der monströse Maserati Quattroporte von 1977, der in seinem wuchtigen Wesen stets ein Wahrzeichen automobilen Prunks gewesen ist. Der Papst hatte ebenso einen im Fuhrpark wie halb Hollywood, Udo Proksch besaß einen Quattroporte, der italienische Botschafter

leistete sich stets einen als Dienstwagen.


Als interessanter Beweis für die vor allem ab 1970 stetig wechselnden Inhaber der Firma Maserati dienen die beiden Meraks des Concours. Der eine, im Besitz des Steyrer Oldtimer-Gurus Franz Wittner, stammt aus der Epoche im Eigentum von Citroen, teilt sich also Cockpit und Elektronik mit dem legendären Citroen SM und vermittelt innen futuristisches Space-Feeling, das sich fast schon mit der Italianita des

Designs schlug. Nach der Fast-Pleite 1975, als Maserati wieder in italienischen Besitz unter Alejandro De Tomaso fand, wurde der Merak vorerst weitergebaut, allerdings mit völlig differentem Innenleben. Auch ein Modell aus dieser Epoche war in Baden dabei. Die Unterschiede zu taxieren, erfreute das Herz jedes Oldtimer-Freundes.


Vor allem die von De-Tomaso und Chrysler (als Investor) betriebene Biturbo-Ära, die sich äußerlich vor allem durch ihr kantiges Design und markante Motorleistungen manifestierte, zeigte sich in Baden vertreten. Aber auch viele wunderbare Exponate der, schon unter Ferrari-

Ägide entstandenen Coupés und Cabriolets der 3200 GT-Serie (ab 1998) standen zur Schau. Wundervoll abgerundet wurde die Werkschau von einigen aktuellen Modellen, etwa dem ikonischen GranTurismo, dem neuen Ghibli, dem Quattroporte V, aber auch dem frischen SUV-

Modell Levante, die von der Pappas Gruppe ausgestellt wurden.

In bester Gesellschaft: ein Mistral (oben), ein 3500 GT, ein Biturbo (rechts) sowie der Merak aus der Citroen-Ära (unten)


Das kantige Design der

Biturbo-Ära charakterisierte den Maserati-Look bis 1995.

Der Quattroporte III (neben dem 3500 GT) war in seiner Wuchtigkeit das automobile Statussymbol der 1970er- Jahre


Die Neuzeit: ein GranTurismo im wunderbaren dunkelrot vorm Marktamt in Baden.


Mit dem 3200 GT (wunderbar: die

sogenannten Bumerang-Lichter) manifestierte sich die Ferrari-Epoche ab 1998.